Abschied

Die Aufregungen der letzten Wochen fingen mit dem Shooting am vorletzten Samstag an. In aller Herrgottsfrühe trafen wir uns an der Kirche, um den Transporter zu beladen. Nicht nur die gesamte Elektrik und die Kochutensilien sondern auch unsere ganzen Uniformen wurden in Tüten und Koffer verpackt und auf der Ladefläche verstaut. Auf ging es zum Filmset. Das bestand aus einer großen Kuhwiese mit ein paar wenigen kleinen Büschen. Im Hintergrund ging die Sonne gerade über den Livingstone Mountains auf – ein herrlicher Anblick. Ratz fatz wurde alles aufgebaut und schon nach einer halben Stunde tanzten die ersten Gruppen vor der Kamera. Doch zu früh gefreut. Das erste Lied war noch nicht im Kasten da herrschte plötzlich Totenstille. Der Generator hatte den Geist aufgegeben. Wie gut, dass ein Auto vor Ort war, sodass einige Männer sich auf den Weg in die Stadt machen konnten um einen neuen zu besorgen. Das dauerte aber natürlich seine Zeit. Wir tranken Tee und aßen Gebäck während wir ??? zusehen mussten, wie die Sonne immer höher stieg. Als es dann schließlich weiter ging, war es schon ganz schön warm. Es war keine Wolke am Himmel und auch kaum Schatten zu finden. Dennoch tanzten wir was das Zeug hielt und lächelten schön in die Kamera. Die beiden Weißen mussten natürlich auch bei jeder Aufnahme dabei sein. Während die andern Frauen auch mal entspannen durften, tanzten wir gleich mit den Männern weiter. Am Anfang suchten wir uns noch ein verstecktes Plätzchen, um uns umzuziehen. Mit jedem Mal fielen da aber die Hemmungen. Am Ende musste alles so schnell gehen, dass uns das vollkommen egal war.

Gegen zwölf Uhr gab es schließlich eine Mittagspause. Die hatten wir uns auch wohl verdient. Vollkommen am Ende legten wir uns in den Schatten und genossen die Ruhe. Erst jetzt merkten wir, dass unsere Gesichter ziemlich errötet waren. Manchmal fehlt einem halt auch nach zehn Monaten noch die Mama, die ganz bestimmt an die Sonnencreme gedacht hätte. Für uns hieß es jetzt Zähne zusammen beißen – weiter ging’s.

Erst als es schon wieder dunkel war, kehrten wir zurück nach Hause. So ging ein schöner aber anstrengender Tag zu Ende.

In der letzten Kindergartenwoche haben wir uns dann noch eine kleine Überraschung für die Kinder überlegt. Wir putzen eine Wand des Klassenzimmers und gestalteten diese schließlich mit den Kleinen neu. Jeder durfte seine Hand mit Farbe anmalen und auf der Wand abdrücken. Das war natürlich ein absolutes Highlight. Die Kinder waren ganz begeistert und es ist auch ein echt schönes Bild dabei herausgekommen.

Auch bei den Lehrerinnen wollten wir uns natürlich noch bedanken und uns von ihnen verabschieden. Schließlich haben wir jetzt echt eine ganze Zeit zusammen gearbeitet und die beien waren immer super lieb zu uns und haben uns alles super erklärt und uns bei allen Problemen geholfen. So luden wir sie am letzten Freitag zu einem deutschen Abschiedsessen ein. Es gab Gulasch mit Kartoffeln und Krautsalat. Den Zweien schien das super zu schmecken – sie nahmen beide gerne nach. Auch sie bedankten sich für unsere tolle Zusammenarbeit und schenkten uns zum Abschied tansanische Tücher.

Am Samstag ging es dann direkt weiter. Wir backten Kuchen für unsere Chöre, fingen an unsere Koffer zu packen und putzen noch einmal Dusche und Bad.

Während wir bei unserer letzten Chorprobe waren, kamen zwei Novizinnen. Die lösten uns sozusagen ab. Bis Mitte September wohnen sie jetzt in Kyela.

Am Sonntag sangen wir zum letzten Mal in der Messe. Ein komisches Gefühl aber so richtig konnte man es noch gar nicht realisieren. Auch unsere Abschiedsrede an die Gemeinde schien irgendwie noch fehl am Platz. Erst mittags dann, als wir mit den Schwestern und dem Priester ein großes Abschiedsessen hatten, kullerten doch die Tränen. In den zehn Monaten haben wir doch eine ziemlich enge Bindung zu unseren Schwestern aufgebaut und besonders Sister Natalia fiel es auch sichtlich schwer, ihre Kinder gehen zu lassen. Aber da führte nun mal kein weg dran vorbei. Sie hat uns aber versprochen, dass sie nicht vor unserer Hochzeit stirbt und wir uns spätestens dann noch mal wieder sehen.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es also schon etwas besser gelaunt zum Abschiedsfest unserer Chöre. Sie hatten für uns gekocht und noch ein letztes Mal tanzten und sangen wir zusammen bevor wir uns dann von allen verabschiedeten.

Auch wenn es schon spät war ließen wir uns es danach dennoch nicht nehmen mit den Schwestern die restlichen Sambusas vom Mittag zu essen und mit ihnen zu quatschen.

Am nächsten morgen begleiteten sie uns aber auch alle noch zu Busbahnhof. Wie früher beim Ferienlager saßen wir an die Scheibe gequetscht im Bus und winkten zum Abschied.

Momentan befinden wir uns im Agape Center in Dar-es-Salaam. Gemeinsam mit unseren Mitfreiwilligen haben wir hier zum Abschluss noch einmal Zeit, unsere Erlebnisse zu reflektieren. Heute Abend nach dem Abendessen geht es dann auf zum Flughafen und morgen landen wir schon wieder in Frankfurt – wir können es immer noch nicht so ganz fassen.

Schon sind die zehn aufregenden und gleichzeitig wunderschönen Monate hier in Tansania für uns zu Ende. Doch es ist ganz sicher kein Abschied für immer – wir werden wieder kommen!

Stand by! Camera on!

Nach 4 schönen Wochen im Urlaub, in denen wir ein paar andere Teile Tansanias gesichtet haben, sind wir nun seit gut einer Woche wieder zurück in Kyela. Bei unserer Rückkehr trafen wir als allererstes auf Lea, unser neues Hausmädchen. Deshalb mussten wir nicht mehr Kochen und wir hatten die vergangene Woche Zeit, Mappen für die Kinder mit ihren Bildern zu machen, kleine Geschenke für die Schwestern und unsere Chöre zu besorgen und unser Zimmer auszumisten, sodass jetzt alles für unsere Abreise in nur zwei Wochen vorbereitet ist und wir die letzten Tage genießen können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Zeit zum Entspannen ist. Gestern teilte uns der Vorsitzende, des Chores, mit dem wir tanzen mit, dass die Aufnahmen am nächsten Samstag stattfinden würden. Zuerst waren wir total schockiert, „Was so schnell sollen wir alle Choreografien lernen???!!!“ Aber die Erleichterung folgte, als uns der Mann mitteilte, dass das Hauptshooting erst in ein paar Wochen sein solle. „Am Samstag shooten wir nur vier Lieder, damit ihr auch noch im Video mit dabei seid!“ So ein Glück! Denn schon die Schritte und Texte für die vier Lieder zu behalten ist schwierig genug. Deshalb haben wir jetzt jeden Tag ab vier Uhr Training, das Ende ist offen. „Wir tanzen, bis wir die Step’s können! Speedy, speedy!“ Bis es schließlich Samstag heisst, „Stand by! Camera on!“

Am Sonntag folgt dann hoffentlich ein spannendes WM-Finale, das unsere Nationalmannschaft gewinnt. Die Spiele verfolgen wir selbstverständlich auch am anderen Ende der Welt. Zwischen 40 schwarzen Männern sitzen wir als einzige Frauen in Begleitung des hiesigen Polizeichefs im Biergarten eines kleinen Hotels. Natürlich mit Deutschlandfahne und Fanschminke! Schon etwas anders als zuhause, aber doch immer amüsant!
Wir freuen uns schon auf das Halbfinale morgen gegen Brasilien!

Bis dahin!

Eure Elisabeth

Hoher Besuch in Kyela!

Hallo Ihr Lieben!
Es gibt wieder einmal Neuigkeiten aus Tansania. Eines schönen Freitag Abends Anfang Mai kam unbeliebter Besuch – die Oberschwester aus Mbeya hatte sich nach Kyela verirrt. „Oh nein! Was will die denn hier?“, dachten wir. Doch nach einem Gespräch mit der Schwester war klar, warum sie hier war. In einer Woche würden zehn Schwester und der Bischof für zehn Tage zu uns kommen, um die „Schweige-Woche“ vor ihrem 25jährigen Jubiläum am 31. Mai zu feiern. „Äh, wo sollen die denn alle schlafen?“, fragten wir Schwester Natalia irritiert. „Kein Problem! In den Zimmer drei, in dem Zimmer drei… Die bringen alles mit – Matratzen, Essen, Eimer,…Und wenn ein neues Hausmädchen kommt, dann schläft es in der Vorratskammer. Du putzt Toiletten und Bäder, du Wohn- und Gästezimmer und wir die Küche! Auf geht’s!“
Und so entrümpelten wir eine Woche unser Haus. Das Feuer im Hof brannte ununterbrochen, so viel Dreck und Müll kam dabei zum Vorschein. Als dann die beiden Kochschwestern mit den Vorräten eintrafen, ging es in der Küche weiter mit der Arbeit. Ein Kartoffelsack voll mit Erdnüssen musste geknackt und geröstet werden, es wurden Brote gebacken und Wasser abgekocht.
Schließlich hieß es: „Der Bischof ist auf dem Weg!“ Da wurde es dann richtig stressig. Der wird hier nämlich wie Jesus persönlich behandelt. Für seine Ankunft wurde der Weg mit Tüchern und Palmzweigen ausgelegt – genau wie in der Bibel. Nur, dass Jesus sicher nicht noch extra eine Coke Zero beanspruchte, die hier auf dem Markt nahezu unauffindbar ist. Ein Jesus mit Starallüren!
Trotzdem alles in allem ein nettes Kerlchen. Er behielt sofort unsere Namen und war ganz interessiert, wo wir herkamen und was wir hier so machten. Er selbst hat sogar zwischenzeitlich in Vechta studiert.
Während die Schwestern schwiegen, beteten und lernten, hielten wir den Laden zusammen mit den Kochschwestern am Laufen. Jeden Tag ging es ca. 3 Mal zu Markt, weil die Servietten leer waren, die Coke Zero oder das „Kilimanjaro“-Wasser. Vor jedem Essen – es gab fünf Mahlzeiten! – musste der Tisch gedeckt werden und mit einem Wasserkännchen in dem sich – ganz wichtig – lauwarmes Wasser befand, wuschen wir den Schwestern und dem Bischof die Hände. Wichtig war dabei auch stets die Diskretion. Der Bischof sollte schließlich nicht merken, wie viel Arbeit er verursachte.
Am letzten Abend gab es dann noch eine kleine Abschiedsfeier. Wir kochten ein großes Essen und aßen alle gemeinsam im Innenhof. Singend und tanzend überreichten die Schwestern dem Bischof, dem Priester, den Kochschwestern und uns kleine Geschenke als Dankeschön für die schönen Tage, die sie hier hatten. Außerdem gab es Kuchen. Der Priester ging mit den klein geschnittenen Kuchenstückchen herum und jeder wurde gefüttert.
Wir durften dann noch bis zwölf Uhr abspülen. Das machte uns aber nichts mehr aus. Wir waren einfach nur noch froh am nächsten Tag etwas „Ruhe“ zu haben. Die konnten wir jedoch auch nicht so lange genießen, denn morgen geht es für uns ab in den Urlaub und so gab es noch einiges zu besorgen und zu erledigen. Die Rucksäcke sind fertig gepackt und so wünsche ich euch jetzt schon eine gute Nacht, weil es für uns ja morgen schon in aller Frühe losgeht.
Bis dahin
Eure Elisabeth

Frohe Ostern!

Am 11. April fingen für uns die Osterferien an. Die wollten wir nutzen, ein Bisschen was von Tansania zu sehen und einen Freund zu besuchen, der momentan in Sumbawanga ganz im Westen des Landes wohnt. Am Samstagmorgen machten wir uns ganz früh auf den Weg, weil uns der Priester zuvor gesagt hatte, wir würden die Reise niemals an einem Tag schaffen. In Mbeya angekommen stellte sich aber schnell heraus, dass das alles kein Problem sei. Sofort buchten wir ein Ticket für den Bus nach Sumbawanga um 11 Uhr und setzten uns dann erst einmal gemütlich in ein Cafe um dort zu frühstücken.

Dank neu erbauter Straße der „People of America“ kamen wir pünktlich um 18 Uhr am Busbahnhof an, wo Simon bereits auf uns wartete. Mit dem Taxi fuhren wir zu dem Haus, in dem er gemeinsam mit drei anderen Volontären wohnt. Nachdem wir unsere Sachen ins Gästezimmer gebracht hatten und mit fließendem aber eiskaltem Wasser geduscht hatten, machten wir dann Burger!!

Als wir ausreichend gesättigt waren gingen wir mit Simon und einem seiner tansanischen Freunde zunächst in eine kleine gemütliche Bar, wo wir uns bei einem kühlen Bier, welches man hier extra kalt bestellen muss, unterhielten und ein bisschen Fußball schauten. Später ging es dann weiter in einen unglaublich europäischen Nachtclub. Wir mussten Eintritt bezahlen und wurden abgetastet bevor uns der Türsteher rein ließ. Drinnen wurden uns, wie in Deutschland, alle Getränke ausgegeben. Wir amüsierten uns köstlich und tanzten ein wenig.

Wieder am Haus angekommen wurden dann Eier in die Pfanne gehauen um auch die deutschen Traditionen aus Dorsten hier nicht zu vernachlässigen-für mich was ganz neues!

Am nächsten Tag erkundeten wir zusammen die Stadt, die eindeutig größer ist als Kyela. Auf dem Markt kauften wir die Zutaten fürs Abendessen und in einem Cafe genossen wir einen Smoothie und Milcheis mit Schokoladenüberzug!!

Auf dem Rückweg schauten wir dann noch im Kinderheim vorbei, in dem Simon nachmittags arbeitet. Dieses ist für hiesige Verhältnisse echt luxuriös. Es wird von den Rotariern gefördert. Man merkt aber hier schnell, dass die Waisenkinder deutlich mehr Aufmerksamkeit brauchen als unsere Kinder im Kindergarten.

Nach dem Abendbrot spielten wir noch eine Runde Karten bevor wir uns mit Socken, langen Hosen, Pullis und Decken ins Bett lümmelten. Trotzdem war die Nacht nicht allzu lang den wir wachten früher auf als geplant weil uns viel zu kalt war.

Umso mehr freuten wir uns, dass es heute weiter zum Lake Tanganjika ging, an dem das Klima wieder eher mit dem in Kyela zu vergleichen war.

Nach einer luxuriösen Fahrt im Privatjeep staunten wir nicht schlecht, als wir an dem Traumstrand in Kasanga ankamen. Wir sonnten uns, schwammen eine Runde, aßen frischen Fisch und ließen den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Mehr Action bot der nächste Tag. Wir stiegen in unseren Luxusschlitten und auf ging es zu den Kalambo Falls. Kaum losgefahren erreichte uns ein Anruf, wir sollten in dem nächsten Fischerdorf noch eine Kranke aufsammeln, und sie zu einem Wunderheiler bringen. Später stellte sich heraus, dass es ein Kind war. Es litt wohl unter Bauchschmerzen und ihre Mutter wollte mit ihm zu einem normalen Krankenhaus, welches auf unserem Weg läge. Unterwegs unterhielten wir uns ein wenig mit der Frau, die uns berichtete sie würde heute noch wieder zurück fahren wollen und wir sollten sie auf dem Rückweg wieder einsammeln. Das fanden wir etwas verwunderlich, denn sie hatte eine ganze Menge Gepäck dabei. Letztendlich sollten wir sie dann auch in einem kleinen Dorf heraus lassen, in dem sich definitiv kein Krankenhaus befand und 10.000 Schillinge wollte sie auch noch haben. Die würde sie uns später zurückzahlen. Mittlerweile glaubten wir nicht mehr daran, dass wir die Frau noch unser Geld jemals wieder sehen würden aber sie versicherte uns sie würde später an der Straße auf uns warten.

Für uns ging also die Fahrt weiter zu den Wasserfällen. Das letzte Stück mussten wir laufen aber als wir an der Schlucht ankamen waren alle Strapazen vergessen. Unmengen an Wasser stürzten 230m in die Tiefe und landeten in einer atemberaubenden Schlucht, durch die sich ein Fluss bis zum Tanganjikasee schlängelte. Auf dem Bauch konnte man bis zum Felsvorsprung robben und von dort den Blick in die Tiefe wagen. Der strahlend blaue Himmel und der Regenbogen, der durch das aufspritzende Wasser entstand, waren das Tüpfelchen auf dem I. Eine Weile genossen wir diesen Anblick und stiegen dann noch Weiter hinauf, um auch auf den See blicken zu können.

Schließlich mussten wir zurück zum Auto, weil wir pünktlich zum Zähneputzen der Kinder zurück im Waisenheim sein wollten. Auf dem Weg stand dann doch tatsächlich die Frau am Rand. Sie kam zwar nicht mehr mit zurück, gab uns aber das Geld wieder.

Das Zähneputzen hat echt Spaß gemacht. Die deutsche Medizin für die Zähne ist bei den Kindern super beliebt und auch beim Auto spielen hatten die Kleinen sichtlich Freude. Dann ging es aber ab ins Bett und auch wir machten uns auf den Heimweg um zu duschen und uns fertig zu machen. Die Eltern einer Mitfreiwilligen von Simon waren in der Stadt und wir waren zum Essen und netten Beisammensein verabredet. Mit Chipsmayai und einem kühlen Bierchen gingen so unsere Ferien in Sumbawanga zu Ende.

Von Simon mussten wir uns aber noch nicht verabschieden – der begleitete uns am nächsten Morgen mit nach Kyela.

Dort erwartete uns jetzt ein „Mess-Marathon“. Los ging es mit Gründonnerstag. Die Nachmittagsmesse war eigentlich wie jede andere Messe auch bis der Pastor nach der Predigt verkündete: „So jetzt geht es weiter mit dem Füße waschen.“ Und wir dachten uns: Mist! Wie sehen unsere Füße aus?!“ Zum Glück wurden dann aber nur zwölf auserwählten Männern die Füße gewaschen. Diesen Brauch kannten wir bisher noch nicht. Am Ende der Messe wurde außerdem die Monstranz auf einen kleinen Altar im hinteren Teil der Messe gebracht, wo er über Nacht von den Schwestern und anderen Gemeindemitgliedern bewacht wurde. Diese beteten mehrmals den Kreuzweg Jesu wodurch unsere nächtliche Ruhe einige Male unterbrochen wurde. Dennoch knieten auch wir am nächsten Morgen pünktlich um neun Uhr in der Kirche, um ein letztes Mal die Kreuzandacht zu beten. Nach der Andacht halfen dann Alle mit, die Bänke in die „neue“ Kirche zu tragen, in der wir am Nachmittag das erste Mal beteten. Diese wird seit 1983 von Spenden der Gemeindemitglieder gebaut, befindet sich aber immer noch im Rohbau.

Nachmittags war die Messe um 15 Uhr – pünktlich zur Todesstunde Jesu. Dafür musste ich mir ganz spontan noch ein schwarzes Oberteil von Simon ausleihen, denn auf einmal sagte die Schwester wir würden alle ganz in schwarz gekleidet gehen.

Die Messe war ziemlich gut besucht, sodass die neue größere Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Zuerst wurde die Passion Christi von ein paar Leuten aus dem Chor aufgeführt. Im zweiten Teil der Messe ging jeder nach vorne, um vor dem Kreuz niederzuknien und Jesus zu küssen. Das dauerte ewig, weil schon allein 200 Kinder da waren. Zudem gab es am Anfang nur ein Kreuz. Aber da merkten auch die Verantwortlichen schnell, dass wir so noch am nächsten Tag beschäftigt sein würden und holten so nach und nach weitere Kreuze heran. Dennoch waren wir eine ganze Weile mit der Prozedur beschäftigt.

Am Samstag gab es außer der Osternachtsmesse keinen weiteren Gottesdienst mehr, sodass wir Zeit hatten einen Kuchen zu backen und Ostereier zu färben. Bunte Eier waren auch für die Schwestern mal etwas Neues. Nachmittags hatte ich meine letzte Chorprobe vor der Ostermesse am Sonnntag. Statt der geplanten Uniform, rosa Bluse und grauer Rock, packte der Chorvorsitzende nach der Probe einen großen Sack mit “majoo” aus. OH NEIN! Die Schlafanzüge :( Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, während unser “mwalimu” vollkommen begeistert in dem weissen Talar und dem roten Schal herumhüpfte.

Nachts war der Weg zur Kirche etwas beschwerlich, da es in den letzten Tagen ziemlich viel geregnet hatte und überall Seen und Schlamm war. Auch jetzt regnete es ziemlich stark, sodass nur wenige Menschen den Weg zur Kirche fanden. Mit etwas Verspätung fingen wir dann aber dennoch mit dem Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer an, welches sich unter dem Vordach der Kirche befand. Dann zogen wir gemeinsam mit unseren kleinen Kerzen in die Kirche ein. Das war zwar richtig gemütlich aber weder der Chor noch die Lautsprecher konnten gegen den Lärm, den der Regen auf dem Wellblechdach erzeugte ankommen, sodass wie von der eigentlichen Messe nicht viel mitbekamen. Der Priester verzichtete deshalb auch spontan auf die Predigt und schon bald wateten wir durch das Wasser zurück nach Hause. Dort gab es dann Bier und Kuchen.

Die Nacht war somit kurz, denn um fünf Uhr klingelte bereits der Wecker zum gemeinsamen Osterfrühstück, da Angela direkt in der ersten Messe singen würde. Für mich ging es erst um 9 Uhr zum Einsingen. Als dann alle die “Schlafanzüge” anhatten, fühlte ich mich auch gar nicht mehr so bescheuert. Wir zogen feierlich mit Messdienern, Priestern und Katechisten in die Kirche ein. Außerdem tanzten ein paar Mädchen aus Kyela während wir sangen. Die Messe dauerte auch ziemlich lange und ich kam erst um 14 Uhr nach Hause.

Währenddessen hatte Simon für das Osteressen schon sein erstes Huhn geschlachtet. Am Nachmittag besuchten wir schließlich noch eine Freundin aus dem Chor. In netter Runde saßen wir bei ihr im Wohnzimmer zusammen mit ein paar Männern aus dem Dorf und tranken Wein. Im Hintergrund lief eins der typischen Chorvideos und wir unterhielten uns nett.

Am Ostermontag dann wieder eine spektakulärere Messe – innerhalb von 15 Minuten wurden 15 Kinder getauft! Da staunten wir nicht schlecht. Nach der Messe war ich mit meinem Chor noch bei einer Taufe eingeladen. Wir tanzten und sangen und gratulierten dem Täufling. Gerade rechtzeitig zur Tanzprobe für das Chorvideo, in dem wir mittanzen werden, kam ich nach Hause.

So schnell war Ostern nun schon wieder vorbei und auch Simon machte sich auf den Heimweg.

Im Kindergarten bastelten wir in der folgenden Woche mit den Kleinen Papierboote. Der viele Regen ließ einen kleinen See vor dem Gebäude entstehen, in dem wir die Schiffchen super schwimmen lassen konnten. Die Kinder waren davon ganz fasziniert. „Die fahren jetzt bis nach Dar-Es-Salaam zum Meer!“, riefen sie begeistert.

Hier wird es nie langweilig, denn man weiss morgens nie was der Tag noch bringen mag. Die Zeit verfliegt so schnell, wir können nicht glauben, dass wir schon mehr als 6 Monate hier sind.

Liebe Grüße

Eure Elisabeth

A little party never killed nobody :)
Mmmmhhh!
Kalambo Falls
Am Abgrund :)
Kasanga-im Paradies!
So lässt es sich reisen!

Good Friday-Ladys in black ;)

Lumen Christi...
"Hörst du was, Angela?"
Wo gehts hier nach Hause?
Yesu amefufuka!
Somo katika kitabu...
Bye Boti!

Neues aus Kyela!

Dieses Wochenende hatten wir Besuch. Debora, eine andere Feiwillige aus Vwavwa ist nach Kyela gekommen, um ein paar Tage mit uns zu verbringen. Zur Begrüßung hatten wir Streuselkuchen gebacken, der jedoch auch den Ameisen gut zu schmecken schien. Wir hatten größte Mühe die Krabbelviecher zu beseitigen bevor Debora ankam. Schließlich waren wir aber doch erfolgreich und so stand einem schönen Kaffeetrinken nichts mehr im Weg.

Danach ging es dann in die Kirche, wo in der Fastenzeit jeden Freitag der Kreuzweg gebetet wird. Das ist hier ganz einfach organisiert. In der Kirche werden rundherum DinA4-Blätter mit den Zahlen von eins bis fünfzehn aufgehängt, die dann ein Messdiener mit dem Kreuz abläuft während wir unsere Gebete sprechen.

Samstagmorgen waren wir um elf Uhr mit einer Freundin aus meinem Chor verabredet. Mit ihr wollten wir an den Hafen fahren um unserem Gast ein kleines Programm zu bieten. Eineinhalb Stunden später als gedacht ging es dann los. Das Auto der Firma fuhr ein Arbeitskollege von Frimina. Wir waren froh, dass es ein großer Truck war und kein kleines, schrottreifes Auto, wie man sie hier sonst gewöhnt ist. In der Nacht hatte es nämlich ziemlich stark geregnet und so glich die Straße teilweise eher einem mittelgroßen Fluss in dem sogar Leute fischten. Wir trauten unseren Augen kaum und glaubten nicht wirklich an eine sichere Ankunft am Ziel. Aber alles kein Problem. „Ab durch die Mitte!“, lautete das Motto.

Den so genannten Hafen konnten Debora, Angela und ich auch schließlich nicht wirklich als solchen identifizieren. Neben zwei kleinen alten Schiffen fanden wir lediglich ein paar Fischer in ihren Kanus vor. Wir wollten dennoch ein paar Bilder machen woraus sich dann ein riesiges Fotoshooting entwickelte. Die Afrikaner waren dermaßen begeistert von unserer Kamera, dass jeder aus jedem Blickwinkel einmal fotografiert werden musste. „Jetzt noch einmal lächeln! Schüttel noch einmal dein Haar! Noch ein Close-up! I’m a photographer by profession!“ – Wir kriegten uns nicht mehr ein vor Lachen. Ein weiteres Highlight waren die Fischernetze voller Müll, die stets mit aufs Bild mussten. „This is Tansania!“, sagten sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

Danach spazierten wir noch ein Stückchen am Strand entlang. Hier saßen einige Fischer und boten ihre Fische zum Verkauf an wobei ich mich fragte, wie viele Menschen sich wohl durchschnittlich am Tag in diese Gegend verirrten. Andere Männer waren damit beschäftigt, aus einem einzigen Mangobaumstamm ein Kanu zu schnitzen.

Uns führte der Weg weiter zu einer Flussmündung. „ Hier können wir Krokodile sehen!“, wurde uns mitgeteilt. Nachdem wir etwas ängstlich durch das Dickicht gingen, teilte uns dann jedoch ein Dorfbewohner mit, dass sich die Tiere nur nachts blicken ließen. Also stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zu einem anderen Strand, wo gerade ein neues Hotel gebaut wird. Dort spielten wir eine Runde Fußball und steckten die Füße ins Wasser.

Nachdem wir uns ausgepowert hatten ließen wir dann den Tag bei einem leckeren Gläschen Rotwein ausklingen. Der Ausflug hat richtig viel Spaß gemacht – vor allem, weil Frimina und Emmanuel echt gebildet und modern sind und man sich mit ihnen super unterhalten kann.

Am Sonntag nach dem Mittagessen ist Debora dann wieder zurück gefahren und so endete mal wieder ein schönes Wochenende. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt sind wir schon mehr als die Hälfte der Zeit hier in Kyela. Wir mögen gar nicht daran denken, dass wir unseren Kindern in vier Monaten schon das letzte Mal „Goodbye“ sagen.

Die Arbeit läuft zurzeit echt gut. Im Kunstunterricht haben wir den Kleinen die Geschichte der Raupe Nimmersatt erzählt und dann alle zusammen eine große Raupe gebastelt, die jetzt den Klassenraum schmückt. Das fanden auch die Lehrerinnen ganz toll.

Auch im Englischen machen die Kinder große Fortschritte. Jedes Kind kann sich mittlerweile mit Namen vorstellen, sagen wie es ihm geht und wo es her kommt. Das üben wir jede Woche mit einem kleinen Schauspiel. Die Kinder sind immer ganz begeistert, wenn sie sich ein bisschen verkleiden dürfen und vor der gesamten Klasse vorspielen können, was sie gelernt haben. Auch mit dem englischen Alphabet kommen wir immer mehr voran.

Zur Abwechslung zum Lernen spielen wir „Löwenjagd“, „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ oder „Deckengeist“. Da machen alle gerne mit.

Wie unser Tagesablauf hier aussieht interessiert natürlich auch die Caritas und so haben wir die Aufgabe bekommen, am 17.03.2014 ein virtuelles Tagebuch zu erstellen. Hier auch für euch unsere Erlebnisse von Montag:

6:15 Uhr-Der Wecker klingelt, ich drehe mich nochmal um.
6:20 Uhr-Der Wecker klingelt ein zweites Mal. Angela steht auf um Teewasser aufzusetzen, ich bleibe unters Laken gekuschelt liegen.
6:27 Uhr-Sie kommt zurück und wir fangen an Pilates zu machen.
6:57 Uhr-Wir sind fertig mit Pilates. Ich mache den Reisverschluss von meinem Moskitonetz auf und wir gehen im Schlafanzug zum Frühstück.
7:37 Uhr-Sister Natalia kommt und wir tauschen die Morgenbegrüßungen aus. Dann beseitigen wir gemeinsam ein paar hundert Ameisen aus der Butter.
7:58 Uhr-Ich bringe die Obstschalen auf den Kompost und wir spülen ab.
8:05 Uhr-Ich putze meine Zähne.
8:12 Uhr-Ich gehe Wasser holen im Innenhof und mich waschen in der Dusche.
8:22 Uhr-Noch schnell anziehen und dann geht’s ab in den Kindergarten.
8:30 Uhr-Auf in den Kindergarten!
8:31 Uhr-Angekommen  Wir begrüßen die Lehrerinnen und die Kinder. Dann wird Uji über dem Feuer gekocht und wir fangen an „Baba mdogo…“ zu spielen, wobei die Kinder mit Stöckchen auf der Erde Gegenstände malen.
9:15 Uhr-Es ist Zeit für den grossen Spielkreis. Wir haben einige Mühe einen schönen Kreis zu „machen“, alle Kinder wollen neben uns stehen. Die Lehrerinnen helfen uns beim Ordnen und wir singen und spielen mit den Kleinen.
9:30 Uhr-Die Kinder gehen etwas weiter weg im Gras auf die Toilette und stellen sich dann in zwei Reihen vor dem Kindergarten auf, um in die Klasse zu gehen.
9:40 Uhr-Im Klassenraum beten wir gemeinsam und begrüßen die Kinder.
9:45 Uhr-Wir wiederholen die Englischstunde von Freitag, die Buchstaben von a-d und spielen mit den Kindern ein Rollenspiel, um das freie Sprechen auf Englisch zu üben.
10:00 Uhr-Mwalimu Msigwa unterrichtet Religion, während wir Tee trinken.
10:20Uhr-Wir teilen Hefte und Stifte der Kinder aus und die Meisten fangen fließig an zu schreiben. Wir spitzen Stifte mit einer Rasierklinge an.
10:35 Uhr-Die ersten Kinder sind fertig und kommen mit ihren Heften zu uns. Wir korrigieren das Geschriebene und sammeln die Werke dann ein.
11:05 Uhr-Zeit für ein bisschen Abwechslung! Alle zusammen spielen wir nun „Wir gehen heute auf Löwenjagd“.
11:10 Uhr-Wir beten gemeinsam und Angela und ich gehen raus, um Tassen für den Uji auszulegen.
11:15 Uhr-Die Kinder kommen zum Uji-trinken hinausgestürmt. Danach spielen wir Klatschspiele und quatschen mit den Lehrerinnen. Einige Kinder haben ein Plastikschnürchen entdeckt und spielen Gummitwist.
11:45 Uhr-Es geht zurück in den Klassenraum, wo wir wieder beten.
11:55 Uhr-Die letzten Sweater, Rucksäcke und Wasserflaschen der Kinder werden verteilt.
12:00 Uhr-Nun gehen die Großen alleine nach Hause, die Kleinen warten noch auf ihre Eltern.
12:11 Uhr-Auch wir gehen nun nach Hause.
12:12 Uhr-„Habari za mchana, Sister Leonia?“
12:15 Uhr-Ich ziehe die Fotos aus dem Kindergarten auf den PC und fange an ein paar zu bearbeiten.
13:00 Uhr-Das Essensglöckchen klingelt und wir gehen rüber zum Essensraum. Es gibt Reis, Erbsen, Hühnchen und grünes Gemüse. Sister Natalia ist noch in der Schule und wir essen zusammen mit Sister Leonia.
13:30 Uhr-Wir spülen mit Amina, dem Hausmädchen ab.
13:55 Uhr-Wir entspannen ein bisschen und Angela schreibt unseren gemeinsamen Blogeintrag über das Wochenende auf, während ich eine einfach zu leckere Zartbitterschokoladentafel von meinem Geburtstag vernichte.
15:15 Uhr-Wir trinken ein Gläschen Wasser und holen die Fahrräder, um zur Post zu fahren. Unsere lang ersehnten Päckchen sind noch nicht angekommen, vielleicht morgen sagt die Frau im Post Office.
15:45 Uhr-Zurück zu Hause erfahren wir, dass die Hausmädchen gar nicht Fahrrad fahren können. Also schnappen wir uns die Fahrräder und geben unsere erste „Fahrradstunde“. Ich halte Amina’s Fahrrad fest und wir „fahren“ so gut es geht vor der Kirche entlang. Es ist wahnsinnig heiss und ganz schön anstrengend die ganze Zeit nebenher zu rennen, aber am Ende kann sie ein winziges Stückchen alleine fahren. Jetzt brauchen wir aber erstmal eine Pause!
16:45 Uhr-Ich beginne unser Zimmer aufzuräumen, fege und wische danach den Boden.
17:45 Uhr-Das Zimmer ist sauber 
17:46 Uhr-Angela joggt schon im Innenhof, als ich den Wischlappen auswaschen gehe. Ich begrüsse Sister Natalia, die gerade aus der Schule gekommen ist und isst. Sie erzählt, dass Sister Germana morgen wieder nach Hause kommt und wir gehen in ihr Zimmer, um ihr neues Bett anzugucken.
18:05 Uhr-Ich räume Stühle und sonstige Möbel wieder in unser Zimmer ein.
18:10 Uhr-Endlich duschen!
18.30 Uhr-Frisch geduscht lege ich mich ins Bettchen und lese noch ein bisschen.
19:35 Uhr-Das Abendbrot ist fertig. Wir essen gemeinsam mit den Schwestern. Sister Leonia geht bald Nachrichten gucken. Sister Natalia bleibt noch bei uns Sitzen und fragt, ob wir in einem Chorvideo mittanzen möchten. Ja, das fänden wir schön und wäre eine super Erinnerung!
20:15 Uhr-Der Abwasch wird erledigt und wir füllen unsere Zahnputzflaschen auf.
20:30 Uhr-Ich tippe den Blogeintrag ab und gucke im Internet nach Neuigkeiten zu meinem Studiengang und nach netten WG’s.
21:32 Uhr-Computer aus und Zähnchen putzen 
21:45 Uhr-Usiku mwema!

Frischer Fisch
...and jump!
Ndiziiiiii :)
Spaziergang am See
So kann man auch wohnen
Fussball
Prost!
Mama Natalia und ihre "Watotos"
Karibu shuleni!
Lasst uns singen!
"Mama Brighti"
"Wir sind fertig!"
Ruka!
Abwaschen
Ab auf's Rad!

Pichas ;)

Hongeza speedi!

Frisch aus Daressalaam zurück, wurde mir Samstagabend eröffnet, dass mein Chor am Sonntag “auf dem Land” singen würde-in Choruniform! Gut das die nicht gewaschen war ;) Also wusch ich Bluse und Rock nach dem Abendbrot schnell aus, damit ich sie dann Sonntagmorgen trocken bügeln konnte. Als ich dann morgens um halb 9 beim Chortreffpunkt erschien, wurde sogleich gefragt, ob ich Fahrrad fahren könnte…die Kirche war wohl weiter weg. Ich holte schnell mein Rad und dann ging es auch schon los. Wir fuhren durch die holprigen Gassen von Kyela zur Hauptstrasse, der Catolici Road. Vor mir mein Chorleiter, der seine Frau auf dem Gepäckträger transportierte, dahinter ich, ein Mädchen aus dem Sopran und unser Vorsitzender. Auf der Hauptstrasse fuhren wir vorbei an Geschäften, Hotels und jede Menge Schulen. Je länger wir radelten, desto ländlicher wurde es. Bald gab es keine Häuser mehr am Strassenrand das “Achtung Vorsicht”-Schild warnte vor freilaufenden Kühen.
Als wir nach einer ganzen Weile nach rechts ins “Gemüse” abbogen, fuhren wir auch prompt in eine Kuhherde rein. Die Kühe wurden einfach beherzt zur Seite geschoben. Wir befanden uns im Nichts-kaum noch Leute kamen uns entgegen und der schlammige Pfad wäre vernutlich super für Trekking-Fans geeignet gewesen.
“Umechoka Eliza?” “Bist du müde, Eliza?”, wurde ich gefragt. Nein, das war ich sicher nicht, denn es war wunderschön sich umzugucken. Umgeben von Reisfeldern, einzelnen Palmen und Mangobäumen, war ich fasziniert von den vielen verschiedenen Grüntönen. Wenn ich in die Ferne blickte, sah ich die Livingstone Mountains, deren Spitzen in leichtem Nebel verborgen waren. Idylle pur! Leider hatte ich keine Kamera dabei.

Als wir unser Ziel, Kapamisya, erreichten wurden wir fröhlich von einem Mann aus meinem Chor, Sam, begrüsst, der dort wohnt. Wir sangen uns vor seinem Haus ein und gingen zur Kirche.
Vor der Kirche saßen ein paar alte Männer, die sofort auf Kinyakyusa, der Stammessprache, mit mir zu reden begannen. Ich radebrechte die Begrüssungsformeln und folgte meinem Chor nach drinnen.

Die Kirche war ein Haus bestehend aus einem Raum, in dem Holzbänke standen. Der Altar war ein einfacher Holztisch auf dem ein schon durchlöchertes, weisses Tuch lag. Darüber hing ein kleines Kreus aus Holz. Aber die Schlichtheit der Kirche machte nichts, ich fand es total interessant zu sehen wie man auch Beten kann, ohne Schnickschnack und Co.

Wir sassen schon in unseren Reihen, als der Chorvorsitzende mich fragte, ob ich die Lesung machen würde. Das machte ich gerne, wenn ich in die ganzen grossen Augen der Kinder und Erwachsenen blickte, die die Quotenweisse interessiert anblickten. Trotz eines kleinen Versprechers wirkten alle glücklich.

Beim Spendeneinsammeln gaben wir auch nicht nur Geld, sondern auch Waschmittel, Seife und Zucker für die Dorfbewohner. Kommunion gab es dieses Mal nicht, aber der Katechist hielt eine kleine Predigt, inder er erklärte, dass Heirat zwischen Mann und Mann und Frau und Frau nicht gut wäre. Wenigstens gab es keine Mythen über Aids…

Nach der Messe gab es für alle Reis mit Bohnen und grünem Gemüse. Mmmh lecker! Das Trinkwasser war allerdings nicht für mich geeignet, das wird nämlich nicht abgekocht und sah ziemlich milchig aus. Also das nächste Mal eine Wasserflasche mitnehmen! Nach dem Essen sangen und tanzten wir mit den Jugendlichen der Sec. School. Das war wirklich super. Wir waren eine richtige Gemeinschaft!

Als wir uns verabschiedeten bedankten sich alle überschwänglich und ich wurde in vielen Häusern willkommen geheissen. Mein Chor ging zurück zu Sams Haus, wo seine Frau einen ganzen Eimer pombe, ein alkoholisches Getränk, bereitstellte. Ich probierte nur einen kleinen Schluck, vermutlich war es Wein aus Mangos. Die Männer liessen sich diesen Wein gut schmecken. Tasse um Tasse wurde gefüllt und langsam stieg der Alkoholpegel. Statt wie in Deutschland Schlager zu grölen, wurde kurzerhand das “Hallelluja” angestimmt. Da musste ich dann sehr schmunzeln ;)

Der Rückweg war ein grosser Spaß. Die angeschäkerten Männer giggelten und auf der schön asphaltierten Hauptstrasse starteten wir ein Wettrennen nach dem anderen. Ich hatte ziemlich gute Chancen gegen die Männer und fuhr schnell an der Spitze. Sie feuerten mich an und riefen: “Hongeza speedi, Eliza!” ” Schneller Eliza!”, und das war ich ;) Die Leute am Strassenrand winkten uns grinsend zu und wir strampelten lachend Richtung Kyela.

Zuhause trafen wir “Baba Paroko”, unseren Priester, dem sogleich von unserem Ausflug erzählt wurde und der begeistert von unserer “Fahrradtour” war-wie ich!

Nass geschwitzt, halb verdurstet und glücklich, gönnte ich meine eine Eimerdusche und ein kühles Wasser aus dem Kühlschrank. Herrlich!

Also es wird nie langweilig hier und jeder Tag birgt neue Überraschungen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche

Eure Eliza

2014!

Hallo Ihr Lieben! Wir wissen wir haben schon eine ganze Weile nicht mehr geschrieben. Samahani – es tut uns leid! Dafür gibt es jetzt umso mehr zu berichten.

Silvester haben wir mit vier anderen Volontären in Matema in gemütlicher Runde mit einem Bierchen verbracht. Ein Feuerwerk gab es zwar nicht aber Wunderkerzen hatten wir dabei und nachdem wir auch auf das deutsche Neujahr noch gewartet hatten, sind wir mit der Tochter des Gästehausbesitzers zu einer Openair-Beachparty gegangen. Zu lauter Musik tanzten die Leute im Sand. Wären wir nicht die einzigen Weißen gewesen, hätte es auch glatt Spanien sein können. Wir waren total begeistert und wollten sofort auf die Tanzfläche. Lilian fand die Idee zwar nicht so gut aber davon ließen wir uns nicht abhalten und zogen sie mit in die Menge. Das stellte sich jedoch kurze Zeit später als eher unkluge Entscheidung heraus – auf der Tanzfläche befanden sich zu 70% Männer, die bei unserem Anblick regelrecht ausrasteten. Mit unseren noch nassen, zum Dutt hochgesteckten Haaren, ungeschminkt, mit langen Röcken und Schlabbershirts fühlten wir uns auch richtig heiß. Kein Wunder, dass wir direkt angetanzt wurden. Und im Gegensatz zu den Deutschen können die tansanischen Männer tanzen und sind dementsprechend forsch.

Nachdem Lilian die ersten zwei Kerle energisch abgewehrt hatte, kamen schnell zwei Weitere. Diesmal spielten die ersten Beiden unsere Aufpasser; und die waren noch wesentlich energischer als Lilian. Schnell kamen Weitere hinzu, um den Streit zu schlichten, was die Situation jedoch erst recht zum Eskalieren brachte. Innerhalb von Sekunden lag der Erste am Boden worauf folgend wir uns schnell aus dem Staub machten. Die restliche Nacht tanzten wir dann mit Lilians Freunden am Rande der Tanzfläche.

Nach wenigen Stunden Schlaf machten wir uns Neujahr dann auf den Weg zum sagenumwogenen Wasserfall, von dem uns jeder in Matema bereits erzählt hatte. Die Wanderung in die Berge war mehr als abenteuerlich. Irgendwo im Nirgendwo waren wir unserem Guide vollkommen ausgeliefert. Der kümmerte sich aber liebevoll um uns. Unser Weg führte uns über Stock und Stein sowie durch Bäche. Auch einige Klettereinheiten waren im Preis mit inbegriffen. Das war natürlich total mein Ding aber zwischendurch fragten wir uns: “Wie sollen wir da bloß hoch und vorallem später wieder runter kommen?” Ganz nebenbei erzählte uns Moyo dann auch noch, dass am Bach auch Baby-Alligatoren lebten. Die haben wir jedoch nicht zu Gesicht bekommen. Der Aufstieg hat sich dennoch definitiv gelohnt. Der Wasserfall war echt groß und an seinem Fuße befand sich ein riesiger natürlicher Swimmingpool, in dem wir uns erst einmal erfrischten. Glücklich trieben wir im kühlen Nass und blickten in den strahlend blauen Himmel. Das ist doch wohl mal eine gute Alternative zum verkaterten Start ins Neue Jahr.

Zurück in Kyela fing dann schon bald der Kindergarten wieder an und wir freuten uns endlich wieder arbeiten gehen zu können. Zusammen mit den Lehrerinnen ackerten wir am ersten Tag vor dem Klassenraum und jähteten Unkraut in den Schulbeeten. Ich verspürte plötzlich ein leichtes Pieken unter dem linken Fußballen. Es war aber nichts zu sehen und wir machten uns keine weiteren Gedanken darum. Auch die Woche über wurde es nicht schlimmer.

Am Freitag teilte uns die Schwester mit, dass wir am Samstag nach Mbeya fahren würden, um die andere Schwester zu besuchen, die dort am Knie operiert wurde. Am nächsten Morgen jedoch sah mein Fuß nicht mehr so gut aus. Rund um die schmerzende Stelle hatte sich eine Eiterblase gebildet. Die zeigten wir sogleich der Schwester, welche daraufhin Nadel und Rasierklinge zuckt. Sie meinte das sei ein Dorn. Den könne man schnell entfernen. Der Eiter saß jedoch zu tief, sodass sie beschloss, dass wir am nächsten Tag zum Arzt gehen würden. Jetzt ginge es erst einmal auf nach Mbeya.

Im Motherhouse angekommen wurden wir direkt ins Krankenzimmer geführt. Dort herrschte reger Trubel. Die Gäste gingen ein und aus. Die Schwester schien schon recht wohlauf zu sein. Sie lachte eine Menge und freute sich sehr, dass auch wir gekommen waren. Bei so viel positiver Energie dachten wir: “Das scheint ja schnell verheilt zu sein, wenn es ihr jetzt schon wieder so gut geht.” Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Als sie uns ihre Narbe zeigte, die von der Mitte des Oberschenkels bis zur Mitte des Schienbeins reichte, fehlten uns die Worte. In Deutschland wären die Langzeitschäden einer solchen OP garantiert geringer ausgefallen.

An Sonntagmorgen machten wir uns dann auf den Weg zum Krankenhaus, um den Dorn entfernen zu lassen. Dahin wurden wir zum Glück vom Arzt gefahren, denn das Laufen gestaltete sich bei mir mittlerweile schon echt schwierig.

Das Krankenhaus hier ist mit einem deutschen Krankenhaus kaum zu vergleichen. Dennoch gab es gewisse Ähnlichkeiten. Im Eingangsbereich standen ein paar Bänke, auf denen Patienten warteten. Der Reihe nach wurden sie aufgerufen, sich im Büro anzumelden. Dort sah man jedoch, dass man sich nicht in Deutschland befand. Die Zettelstapel reichten bis zur Decke, sodass es uns schwierig erschien, den Durchblick zu wahren und wir uns fragten, ob meine Anmeldekarte wohl jemals wiedergefunden werden würde.

Es ging dann jedenfalls weiter ins Sprechzimmer. Dort notierte der Arzt kurz den Krankheitsverlauf und erklärte uns, was er als nächstes tun würde. Auch nach einer Tetanusimpfung erkundigte er sich. Insgesamt machte er einen kompetenten Eindruck.

Auf dem Weg zum Operationsraum kam uns dann ein Huhn entgegen. Aber das ist ja auch in einem deutschen Krankenhaus kaum etwas besonderes. Die OP selber verlief gut – sogar mit Betäubung und Handschuhen. Nur einen Arztkittel befand der Doktor scheinbar als unnötig.

Wieder zu Hause angekommen war die kleine Wunde bereits nach zwei Tagen wieder verheilt und es konnte erneut ab aufs Feld gehen – diesmal jedoch mit Schuhen. Wir lernen ja aus unseren Fehlern. Zwar hatte der Trecker bereits seit einigen Wochen jeden Tag versprochen zu kommen, er war jedoch noch immer nicht erschienen, sodass sich die Schwester bereits größte Sorgen um den Reis machte. Der sollte nämlich eigentlich vor dem Regen gesät werden und jetzt fielen nachts schon die ersten Tropfen. Das bereitete der Schwester schlaflose Nächte. So fingen wir selber an mit der Hacke das Feld umzugraben. Bei 30°C in der prallen Sonne ist das jedoch keine sehr angenehme Arbeit und so freute sich schließlich nicht nur die Schwester als der Trecker dann doch noch kam. Was für ein Glück!

Kaum war der Reis gesät fing es dann nachts auch richtig an zu schütten. Dieses sorgte für einen angenehmen Temperatursturz. Wir genossen es nicht bei jeder kleinsten Bewegung gleich zu schwitzen. Der Schwester waren die 20°C jedoch schon viel zu kalt. Sie kramte morgens ihre mit Fell gefütterte Daunenjacke heraus um zur Kirche zu gehen – wir konnten uns ein Lächeln nicht verkneifen.

Außerdem kamen mit dem Regen auch jede Menge fliegende Ameisen. Eines Abends saß die Schwester gemütlich auf der Couch während das Hausmädchen die Insekten, sie zum Licht geflogen waren, einfing. Mit irritiertem Blick betrachteten wir das Geschehen bis uns die Schwester mitteilte, dass wir die Tiere gleich essen würden. Schnell verzogen sich unsere Gesichter zu einer eher geekelten Miene. Trotzdem probierten wir wenig später die mit Zwiebeln angebratenen “Kumbikumbis”. Und auch wenn diese immer noch nicht besonders appetitlich aussahen, schmeckten sie gar nicht mal so schlecht.

Am 3.2. hatte auch ich neben Angela mein 19. Lebensjahr abgeschlossen. Spontan feierten wir mit Bier uns Killepitsch rein. Und auch der Geburtstag selber wurde ein voller Erfolg. Wir backten Kuchen, dekorierten das Esszimmer und holten Pakete von der Post ab. Außerdem schlachtete Angela ein Huhn, sodass wir abends ein großes Abendessen auftischten. Es war ein schöner Tag, den nicht nur ich sehr genoss.

Am Mittwoch sind wir dann nach 19-stündiger Fahrt mit ganzen zehn Minuten Pinkelpause und vollen vier Stunden Buspanne heile in Dar-es-Salaam zum Zwischenseminar angekommen. Hier bereiten wir mit allen anderen Freiwilligen zusammen Morgenandachten vor, gestalten einen bunten Abend und tragen Vorträge vor. Wir haben Einzelgespräche mit unseren Betreuern von der Caritas und werden einen Tag am Strand und in der Universität verbringen.

Davon berichte ich dann, wenn ich wieder zurück in Kyela bin. Auch Fotos werde ich dann noch hochladen.

Bis dahin liebe Grüße

Eliza

Krismasi njema!

Unsere Weihnachtsvorbereitung begann vor etwa zwei Wochen – wir hatten auf einmal jeden Tag Chorprobe. Zu meinem kleinen Chor stießen noch ein paar weitere Sänger dazu und es wurde mit größtem Ehrgeiz geübt.
Einen Tag vor Heiligabend gingen wir morgens in die Stadt, um uns die Haare flechten zu lassen. Die Frisörin inspizierte zunächst unsere Haare und beschloss, das auch wir, wie die Afrikaner künstliche Haare bräuchten, um die Zöpfe zu flechten. Siebeneinhalb Stunden verbrachten wir danach in dem Salon, weil sich nur eine Frau an unsere “weichen” Haare traute. Alle, die beim Frisör vorbeigingen, machten Kommentare wie, “Oh du flechtest die Haare der Weißen!” oder “Das steht euch so gut!”. Als wir endlich fertig waren, war es schon dunkel und wir hatten Sorge, das die Schwester meckern würde, weil wir so spät nach Hause kamen, aber sie war so begeistert von unseren neuen Frisuren, das ihr das gar nicht auffiel.
Am 24. wurde dann die gesamte Kirche dekoriert. Aber denkt jetzt ja nicht an Weihnachtsbäume mit Strohsternen! Es sah aus wie…Ach guckt euch lieber das Foto an. Uns fehlen da die Worte. Unglaublich viele Blinklichter und Kitsch pur. Manch einer würde sagen: “Da kriegt man ja Augenkrebs!”
Nach der letzten Chorprobe machten wir Bescherung, denn unsere Eltern hatten uns Weihnachtspäckchen geschickt. Wir saßen bei Kerzenschein in unserem Zimmer und freuten uns über selbstgemachte Nussecken, Spekulatius, Lebkuchen und Schokolade. Danach gab es Abendbrot und wir machten uns fertig für den Gottesdienst um 10 Uhr. Dieser war wie immer gut besucht und feierlich. Gegen Mitternacht kamen wir zurück. Zu Hause gab es für jeden noch ein Soda und die Schwestern wollten ein Video gucken. Leider funktionierte der Ton nicht und auch der Handwerker, der mitten in der Nacht am Heiligabend gerufen wurde konnte das Problem auch nicht lösen. So gingen wir nach etwas Smalltalk ins Bett.
3 Stunden später klingelte auch der Wecker schon wieder – ich musste in der ersten Messe singen. Da keiner von uns am Weihnachtsmorgen alleine frühstücken wollte, quälte sich auch Angela aus dem Bett. Aber das war halb so schlimm, denn es gab Vollkornbrot und Mettwurst – ebenfalls aus dem Weihnachtspaket.
Pünktlich um 6 Uhr traf sich mein Chor vor der Kirche und wir wurden zunächst von einer Frau aus dem Alt mit Parfum besprüht, damit wir nicht nur gut aussehen sondern auch gut duften. Nach kurzem Einsingen begann die Messe. Anstatt aber die eingeübten Steps zu machen, tanzten wir plötzlich komplett neue Schritte. Unruhig saß ich während der Predigt in der Bank und wartet auf meinen großen Auftritt als Fürbittenvorleserin. Doch auch wenn ich nicht wirklich verstand, was ich da las, klappte es ganz gut und so darf ich auch morgen die Lesung lesen. Die Messe war eigentlich wie jede andere Sonntagsmesse auch, wären da nicht die Lichterketten gewesen, hätte man nicht gemerkt das Weihnachten ist.
Während Angela beim Chor war, kochte ich mit der Schwester das große Weihnachtsessen. Es gab Hühnchen, Pilau, geröstete Bananen, Gemüse und Kartoffeln.
Zur Feier des Tages gab es weiße Teller und auch die Hausmädchen durften mit am Tisch sitzen. Die waren mit der Situation jedoch etwas überfordert, denn sie hatten noch nie mit Messer und Gabel gegessen und wussten nicht so recht was sie damit anfangen sollten. Nach kurzer Einweisung klappte es dann mehr oder weniger gut. Nachdem wir uns fast bis zum Platzen vollgefressen hatten, sollten wir für die Schwestern tanzen, erst auf “tansanisch” dann auf “deutsch”.
Am 2. Weihnachtstag gab es außer der normalen Frühmesse keinen weiteren Gottesdienst mehr. Nach dem Füttern der Kaninchen schlachteten wir ein Hühnchen. Während Angela das Tier festhielt, versuchte ich ihm mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden. Immer wieder zappelte das Huhn unter Angelas Füßen. So war es auch für mich schwierig den Kopf festzuhalten und gleichzeitig zu schneiden. Zum Glück war der fachkundige Priester vor Ort und konnte mir helfen. Ich wage es ja zu bezweifeln, dass das ein angenehmer Tod war, denn es dauerte eine ganze Weile bis es tatsächlich gestorben war. Als es dann endlich Tod war, schmiss das Hausmädchen es in kochendes Wasser und schnell stank es in der gesamten Küche bestialisch. Wir beeilten uns also schnell die Haut von den Füßen abzuziehen und die Federn zu rupfen. Danach schnitt das Hausmädchen das Huhn wahllos in Stücke, dabei konnte man gut die Anatomie des Huhnes erkennen. Das war echt mein Ding “Biologie pur!” Dann kam allerdings auch das gesamte Huhn mit Kopf und Füßen in den Topf. Wir können uns glücklich schätzen, dass die Innereien vorher entfernt wurden.
Geschmeckt hat es dann beim Mittagessen aber trotzdem.
Soweit die Berichterstattung von Weihnachten in Tansania. Ich hoffe auch ihr hattet schöne Feiertage.

Frohe Weihnachten wünscht euch

“Eliza”